Versorgungssicherheit

Der Heizölverbrauch in der Schweiz lag 2013 bei ungefähr 3.9 Mio. Tonnen, was ungefähr 168'000 TJ entspricht. Der Erdgasverbrauch betrug 2013 ca. 120'000 TJ. Zusammen betrug der Anteil am Gesamtenergieverbrauch 2013 rund 32 %.

Die Treibstoffe hatten 2013 einen vergleichbar grossen Anteil am Gesamtenergieverbrauch von ungefähr 33.5 %. 

 

Ein Blick auf die Zusammensetzung des Energieverbrauchs der privaten Haushalte zeigt, wo der einzelne Bürger am ehesten Einsparpotenzial hat: Mit einem Anteil von 83 % des privaten Energieverbrauchs  dominierte 2013 die Wärmeenergie (70 % Raumwärme und 13 %  Warmwasser). Somit betrug der Verbrauch an Elektrizität (für Haushaltgeräte, Beleuchtung etc.)  17 % des gesamten privaten Energiekonsums.

 

Sämtliche fossilen Energieträger müssen in die Schweiz importiert werden.

 

Die Versorgungssicherheit ist abhängig von den zukünftigen geopolitischen Entwicklungen. Selbstverständlich bestehen heute immer noch beträchtliche Rohöl- und Erdgasvorkommen, welche noch während vieler Jahre ausgebeutet werden können. Eskalierende Krisen zwischen Grossmächten würden aber einen Ölpreisschock auslösen, wie man ihn Ende der Siebzigerjahre erlebt hat, worauf in den Industrieländern eine Rezession folgte. Lieferengpässe wären auch heute möglich.

Auch der ungebremste CO2-Ausstoss und die resultierenden Auswirkungen einer zunehmenden, globalen Erwärmung verschärfen letztlich bestehende, geopolitische Spannungen und tragen somit insgesamt nicht zur erforderlichen Versorgungssicherheit bei.

 

Aus diesen Gründen sollten einheimische, erneuerbare Energiequellen konsequent ausgebaut werden.

 

Transport und Speicherung von Energie

Die einheimischen erneuerbaren Energieträger (Windkraft, Wasserkraft, Biomasse und Biogas) könnten noch beträchtlich ausgebaut werden. Dies führt aber zunehmend zum Problem, dass die Produktion der erneuerbar hergestellten Elektrizität nicht dann anfällt, wenn sie gebraucht wird. Die saisonale Speicherung (Power to Gas, Pumpsiecherung, Druckluft, Gastanks) ist  immer sehr teuer. Batterien sind Kurzzeitspeicher. Die Speicherung von Eenergie ist im heutigen Marktumfeld nicht rentabel.

Ein wirtschaftlicher Optimierungsbeitrag kann durch Anergienetze geleistet werden. Diese können

überschüssige Energie absorbieren, transportieren und an anderer Stelle später wieder einsetzen.

 

Gemäss Josef Jenni ("Wie erreichen wir die Energiewende konkret", Kp. 4.3) und ETH-Professor Hansjürg Leibundgut sowie weiterer Energieexperten hängt das Gelingen der Energiewende

entscheidend von kostengünstigen Lösungen für die Speicherung von Energieträgern ab. Am wirtschaftlichsten kann Energie in thermischer oder chemischer Form langfristig gespeichert werden.

Die Wärmespeicherkapazität kann beispielsweise mit zugeschalteten Erdsondenfeldern ausgebaut werden. Auch Holz oder Erdgas kann eine sinnvolle Ergänzung darstellen.

Diese zusätzlichen speicherbaren Energieträger sind eine Systemdienstleistung und bedeuten finanzielle Mehraufwendungen, welche aber den verwertbaren Anteil an erneuerbarer Energie typischerweise insgesamt anheben, indem z.B. Bedarfsspitzen geglättet werden. Die gesamte, dezentrale Energie-Infrastruktur wird dadurch effizienter, nachhaltiger und robuster. 

  

(Vergleiche auch "Smart Grid": Link )