Potenzial in der Schweiz

Ascona / Biel / Genf / Interlaken / Lausanne / Locarno / Lugano / Luzern / Montreux / Neuenburg / Romanshorn / Thun / Vevey / Zug / Zürich - und diverse weitere Ortschaften wurden in Seenähe erbaut.

Viele attraktive Städte und grosse Ortschaften liegen an Seen und grossen Fliessgewässer mit entsprechenden Grundwasservorkommen. Dieses Potenzial für eine zuverlässige und stetige Versorgung mit Wärme oder zur Kühlung ist einmalig, wird aber leider bis heute zu wenig systematisch erfasst und genutzt.

Die Nutzung von See- und Grundwasser zu Heiz- und Kühlzwecken und zur Warmwasserbereitung wird den Stromverbrauch in einem Gebiet glätten und konstanter werden lassen. Dies ist ein grosser Vorteil, denn kostspielig ist generell der Ausbau von Energienetzen auf grosse Spitzenbelastungen.  Stadtwerke erhalten mit Anergienetzen, welche auf Smartgrid-Ansätzen beruhen, flexiblere Strombezüger (Consumer). Dieser Ansatz ist günstiger und umweltfreundlicher als sämtliche technischen Speicherlösungen.

 

Die lokale Wirtschaft in den entsprechenden Regionen profitiert vom Bau und Betrieb solcher Anlagen (Wertschöpfungskette, lokale Arbeitsplätze, letztlich geringere Allgemeinkosten dank durchdachter Energienetz-Konvergenz). 

 

Beispiel Spiez

Spiez hat 2012 einen zukunftsweisenden Energierichtplan (Richtplan Energie Spiez) erhalten. Darin sind für verschiedene Zonen definiert, welche Energieträger in Zukunft prioritär genutzt werden sollen. Unter anderem ist auch die Nutzung der Seewasserwärme für einige Gebiete vorgesehen. Diese Energiequelle muss gemeinschaftlich genutzt werden und wäre durchaus auch für grössere, seenahe Siedlungsgebiete wirtschaftlich interessant. Die Wirtschaftlichkeit ist wiederum Voraussetzung für eine breite Akzeptanz der Wärmeverbundlösung und das Erreichen einer sinnvollen Anschlussdichte.

 

Kalter Wärmeverbund bzw. Anergienetz:

Verschiedene Wärmelieferanten können ihre thermische Energie in einen Anergieverbund einspeisen:

  • See- und Grundwasserwärme
  • Gewerbliche Abwärme
  • Abwasserwärme
  • in Erdsondenfeldern gespeicherte Wärme

Beim angeschlossenen Bezüger ergeben sich weitere Möglichkeiten zur individuellen Optimierung:

  • Wärme und Elektrizität aus Wärmekraftkopplung
  • Solarthermische Wärme für Warmwasser
  • ev. separate Warmwasseraufbereitung mit anderer Technologie, z.B. bei geringem Bedarf

Verschiedenste Technologien und Speicher können je nach Warmwasserbedarf sinnvoll kombiniert werden, im Bestandesbau auch eventuell bereits bestehende.